Das Leben nach seinen Regeln leben

Ich bin ein großer Anhänger vom Prinzip im Leben eigene Regeln aufzustellen und es danach zu leben, anstatt die von anderen zu akzeptieren. Dabei möchte ich betonen, dass es sich natürlich nicht um gesetzliche Bestimmungen handelt. Jeder muss Steuern zahlen, an einer roten Ampel halten und für einen Mantel im Supermarkt bezahlen.

Diese Bestimmungen müssen wir akzeptieren und wir würden in Anarchie leben, wenn sich hier jeder seine eigenen Regeln schaffen würde. Allerding können wir ins Ausland auswandern, wo die Steuern vielleicht geringer sind. Wir haben also doch ein wenig Handlungsfreiraum in diesen Dingen.

Doch ich spreche von ganz anderen Regeln. Wir können nicht alles in unserem Leben selbst bestimmen, aber bei den meisten Dingen haben wir die Möglichkeit zu wählen. Durch eigene Regeln zeigen wir, dass wir unsere Zeit, unsere Gesundheit und unser Leben wertschätzen.
Beispiel Wetter

Eine meiner Regeln ist beispielsweise mich niemals vom Wetter davon abhalten zu lassen das zu tun, was ich will, oder mich so zu fühlen, wie ich es möchte. Viele Menschen haben schlechte Laune, sobald Wolken am Himmer aufziehen. Sie scheinen zu vergessen, dass Ihre Stimmung mit einer Wolke am Himmel gar nichts zu tun hat, sondern von ihnen selbst erzeugt wird.

Wenn das der Fall wäre, wäre Menschen in sonnigen Gebieten viel glücklicher als diejenigen in den skandinavischen Ländern oder Sibirien. Die Menschen im Norden müssten nach dieser Theorie immer schlechter Laune sein. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit und wir wählen unsere Gefühle und Stimmungen in den meisten Fällen selbst.

Zumindest haben wir die Macht sie in kurzer Zeit zu verändern. Mir ist bewusst, dass die meisten Menschen dieser Aussage nicht zustimmen werden; es ist schließlich auch praktisch das Wetter für seine Lage verantwortlich zu machen. Natürlich fühlen wir uns bei gutem Wetter etwas besser und wir mögen die Sonne. Außerdem werden bestimmte Stoffe im Körper freigesetzt, die unsere Launer verbessern.

Doch wir sind keine Blätter im Wind, die nur darauf warten müssen bis das Wetter umschlägt. Ich kenne viele Menschen, die gerne joggen gehen, aber bei schlechtem Wetter zuhause bleiben. Sie sagen, es sei zu regnerisch, zu sonnig, zu warm, zu trocken oder zu nass. Wenn man auf solche Dinge achtet, wird man immer eine Ausrede finden.

Ich akzeptiere niemals die Wetterbedingungen als Hinderungsgrund. Wenn ich joggen will, dann tue ich es, auch wenn es schneit, regnet oder zu warm ist um irgendetwas zu tun. Ein anderes Beispiel sind Regeln bei der Nutzung meiner Zeit. Es gibt Zeiten, wenn ich nichts ans Telefon gehe, obwohl ich es könnte. Wenn ich an einer wichtigen Aufgabe arbeite, möchte ich nicht gestört werden und ich meine es ernst.

Alle erfolgreichen Menschen haben ihre Regeln und wenn Sie etwas von ihnen möchten, müssen Sie sich danach richten. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern zeigt, dass sie ihre Zeit respektieren und Sie sollten das auch tun. Es geht im Grunde immer darum, ob man eigene Regeln für sein Leben definiert und danach lebt, oder die Regeln von anderen übernimmt.
Beispiel Lesen

Ein Beispiel, das die meisten Menschen aus eigener Erfahrung kennen, ist die Eigenschaft Bücher bis zum Ende durchzulesen und nichts darin zu unterstreichen und keine Notizen zu machen. Auch ich habe mich früher daran gehalten, bis ich gemerkt habe, dass es Unsinn ist. Wenn ein Buch schlecht ist, macht es keinen Sinn auch nur eine weitere Minute damit zu verschwenden. Man sollte es sofort weglegen.

Außerdem geht es nur darum die gewünschten Informationen darin zu finden, die man sucht. Es ist unwichtig, ob man es zu Ende liest - man muss nur die Antworten auf seine Fragen finden. Bei Romanen lässt sich das natürlich nicht anwenden, da man hier zum Vergnügen liest, aber auch hier kann man ein Buch nach 5 Seiten weglegen, falls es schlecht ist, auch wenn man dafür bezahlt hat.

Ein weitere Punkt sind Markierungen und Unterstreichungen. Früher habe ich darauf geachtet, dass bloß kein Strich oder Punkt ins Buch kommt und jetzt benutze ich Marker, Bleistifte und Kugelstifte, wenn ich lese. Zum einen wird es durch persönliche Anmerkungen und Notizen erst zu meinem Buch und außerdem lerne ich dadurch besser.

Früher war meine Regel (oder besser gesagt, die von einer anderen Person), dass man nicht in Bücher schreibt und sie wurden dadurch zu etwas Heiligem. Man durfte sie nur lesen ohne etwas zu verändern. Jetzt ist eine meiner Regeln für Bücher, dass man ein Buch gar nicht richtig gelesen hat, wenn man nichts markiert und hineingeschrieben hat. Und falls man nichts Passendes gefunden hat, das man kommentieren könnte, dann war das Lesen Zeitverschwendung.

Natürlich kann man das nicht immer tun, wenn einem das Buch nicht gehört, aber zumindest kann man sich etwas auf ein Blatt Papier dazu notieren. Das ist eine Regel aus dem Bereich Lesen und Lernen. Es gibt viele weitere. Mir fällt immer wieder auf, dass Menschen, die erfolgreich sind, viele eigene Regeln aufstellen, während Menschen ohne eigene Regeln wenig erreichen.
Was sind Ihre Regeln?

Ein Beispiel für eine Regel aus dem zwischenmenschlichen Bereich könnte sein, sich von niemandem anschreien zu lassen, ganz egal von wem und in welcher Situation. Was die Kosequenz daraus ist, hängt von jedem selbst ab. Eine mögliche Reaktion wäre möglicherweise wegzugehen oder nichts zu sagen bis sich der andere beruhigt oder entschuldigt hat. Es gibt tausende Möglichkeiten eigene Regeln aufzustellen.

Das Wichtige ist sich daran zu halten und seine Regeln ernst zu nehmen. Falls man nicht streng ist und Ausnahmen erlaubt, sind sie wertlos. Auch im Geschäftsleben sollte man nach seinen Regeln spielen. Man könnte Normen und Grundsätze in der Branche hinterfragen und genau das Gegenteil tun. Einen eigenen Kopf und eigene Regeln zu haben, ist ein Zeichen von Unabhängigkeit.

Sie können zwar in einigen Fällen auch mit fremden Regeln ans Ziel kommen, aber Sie werden sich viel besser fühlen, wenn Sie die Dinge tun, die Sie wollen und die Ihren Wertvorstellungen entsprechen. Falls Sie nur 6 Stunden am Tag arbeiten wollen und die restliche Zeit mit Ihrer Familie verbringen wollen, organisieren Sie Ihr Leben so, dass es möglich wird.

Es spielt keine Rolle, ob Ihr Chef damit nicht einverstanden ist, oder ob sich selbstständig machen müssen, aber halten Sie sich an Ihre Regeln. Sie müssen so standfest sein wie ein Schiedsrichter beim Fussball, mit dem zehn Spieler diskutieren und der ein ganzes Fussballstadion gegen sich hat. Es ist Ihr Leben und Sie machen die Regeln.

0 comments ↓

There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.

Leave a Comment