Haben Sie keine Angst vor Mißerfolgen!

Erfolg ist zu einem Großteil ein Frage des Lernens. Das heißt vor allem lernen zu scheitern. Erst indem man bereit ist zu scheitern und Neues auszuprobieren ohne Angst vor Mißerfolgen, kann man neue Erfahrungen sammeln und seine Ziele erreichen.

Oft erhält man ganz überraschend eine neue Möglichkeit, obwohl man anfangs gar nicht daran gedacht hat. Das geschieht jedoch nur, wenn man sich traut etwas auszuprobieren, was auch immer die Gefahr des Scheiterns beinhaltet. Man wird höchstwahrscheinlich deutlich mehr Mißerfolge haben als Erfolge. Die meisten Dinge, die man versucht, werden nicht so klappen wie erhofft. Der Unterschied zwischen einem Gewinner und einer Verlierer ist, ob man sich davon aufhalten lässt. Ob man sein Selbstvertrauen durch die Rückschläge verliert.

Jemand, der sich selbstständig machen will, wird früher oder später auf den Satz stoßen “90% aller Unternehmen sind nach einem Jahr pleite” oder etwas Ähnliches. Ich verfolge solche Statistiken nicht wirklich. Entweder wird man diesen Satz von Freunden, Familienmitgliedern, im Fernsehen hören oder man wird davon auf Webseiten und in Büchern lesen, wenn man sich über Existenzgründung informiert.

Ganz ehrlich, wem hilft eine solche Statistik? Was soll man daraus folgern? Lieber nichts wagen, denn die Wahrscheinlichkeit zu scheitern ist zu groß? Das wäre so ähnlich als würde man sich die Statistik ansehen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass einem ein Vogel auf den Kopf kackt und sich entscheidet nicht aus dem Haus zu gehen, weil es zu gefährlich ist. 90% der Leute scheitern in allem – egal um welchen Bereich es sich handelt.

90% aller Sportler schaffen es nie zu Profis. 90% aller Ideen sind nutzlos. 90% meiner Texte werden in Vergessenheit geraten. 90% aller Bücher, die ich lese oder kaufe, sind eine Enttäuschung. Na, und? Soll ich nie wieder lesen?

Was macht das schon, wenn 90% aller Unternehmer nach einem Jahr aufgeben? Dann gründen sie eben im Jahr darauf ein neues. Es ist schließlich nicht so, dass man einen Arm oder ein Bein verliert, wenn man einmal scheitert, oder dass man lebenslang das Verbot erhält es noch einmal zu versuchen.

Menschen sind keine Bäume. Wir können unser Leben an einer neuen Stelle von neuem beginnen. Wir können handeln. Wir können uns ändern. Erfolg ist immer eine Zickzacklinie. So wie ein Aktienkurs. So wie es derzeit an der Börse nicht gerade rosig aussieht, kommen auch Zeiten im Leben, wo es Krisen gibt. Und wir haben nicht die Möglichkeit erst zu versagen und uns anschließend großzügige Boni zu gönnen. Nein, das ist das wahre Leben.

Obwohl man also seine Konzentration auf Erfolg ausrichtet und seine Ziele natürlich erreichen möchte, muss man auch dem Mißerfolg Aufmerksamkeit schenken. Den Mißerfolg zu wollen, würde wohl zu weit gehen, aber man sollte sich niemals vor ihm fürchten. Je schneller Sie die Dinge aus dem Weg räumen, die nicht funktionieren, desto eher kommen sie zu den positiven und hilfreichen.

Anstatt 2 Jahre lang zu überlegen, ob eine Geschäftsidee genug Potential hat und ob man es wagen sollte, kann man sich auch vornehmen sie so schnell umzusetzen wie möglich. Danach weiß man wie die Erfolgsaussichten sind. Entweder hat es funktioniert wie erhofft, aber auch falls das nicht der Fall ist, ist man weitergekommen, denn man kann seine Energie auf die nächste richten.

Oder man versucht die Geschäftsidee anders umzusetzen. Es ist vergleichbar mit dem Kochen. Ich lebe alleine und weiß mehr über verbrannte Pfannen als irgendjemand sonst in dieser Stadt. Man könnte auch sagen, dass im ersten Jahr 90% meiner Mahlzeiten nicht überlebt haben (mit einer Prozentzahl hört sich irgendwie alles professioneller an). Aber das gehört zum Lernprozess. Niemand setzt ein Rezept beim ersten Mal perfekt um. Ich wohne übrigens gegenüber der Feuerwehr, deshalb fühle ich mich beim Kochen relativ sicher.

Es ist ganz natürlich, dass man beim Erwerben einer neuen Fähigkeit, beim Erreichen eines Ziels oder bei der Umsetzung einer Geschäftsidee Rückschläge erfahren wird. Im Buch Psychocybernetics vergleicht Maxwell Maltz das Erreichen eines Ziels mit dem Weg einer Rakete oder eines Torpedos nach dem Abschuss. Der Weg zum Ziel muss immer wieder korrigiert werden und die Sensoren darin erhalten immer Informationen, ob der Torpedo sich auf das Ziel bewegt oder nicht. Anschließend wird der Kurs geändert oder nicht.

Genauso verhält es sich beim Menschen, wenn er ein Ziel erreichen will. Er kennt das Endziel und weiß ungefähr in welche Richtung er laufen muss. Durch positive und negative Rückmeldungen bzw. Erfolg und Mißerfolg erfährt er, wie er sich verhalten muss und ob er seinen “Kurs” ändern muss. Genauso wie der Torpedo auf einer Zickzacklinie ans Ziel gelangt, verläuft auch der unser Weg zu einem Ziel, das wir uns gesetzt haben.

Man kann diesen Vorgang übrigens perfekt bei Babies beobachten, wenn sie einen Gegenstand greifen wollen. Sie versuchen es immer wieder und passen ihre stockenden Bewegungen an die Ergebnisse, die sie erhalten bis sie den Gegenstand ergreifen. Man könnte auch sagen, dass dabei 90% der Versuche eines Babies keinen Erfolg bringen.

Psychocybernetics ist ein Klassiker unter den Büchern zur Persönlichkeitsentwicklung. Mir hat es nicht sehr gefallen, aber es das ist kein Argument es sich nicht anzuschauen.

Was hier wichtig ist: Wenn man auf ein Ziel zugeht, wird man die meiste Zeit nicht direkt auf das Ziel zulaufen. Man wird von verschiedenen Dingen abgelenkt, man trifft falsche Entscheidungen, manche Dinge funktionieren nicht, es kommen wichtige Dinge dazwischen, man hat Zweifel und denkt ans Aufgeben, usw. Die ideale Situation ist die Erreichung eines Ziels auf dem kürzestens Abstand – der geraden Linie.

Das passiert nur in den seltensten Fällen. Meistens nur, wenn man das Ziel bereits einmal zuvor erreicht und weiß wie es geht. Am Anfang ist auch das Selbstvertrauen geringer und da man diese Erfahrung zum ersten Mal macht, ist man oft unsicher und wechselt die Richtung. Man versucht verschiedene Dinge um zu erfahren welche funktionieren. Am angenehmsten ist die Situation, wenn man man Fortschritte macht und seinem Ziel näher kommt. Mit diesem Zustand wird jeder fertig.

Schwieriger wird es, wenn man sich nicht auf dem richtigen Kurs befinden und unsicher ist, was man tun soll. Das Wichtigste ist nicht in Panik zu geraten oder gar aufzugeben. Wenn man sich bei einer Autofahrt verfährt, bleibt man schließlich auch nicht stehen, sondern kämpft sich irgendwie durch, und auch wenn man Zeit verloren hat, schafft man es letztendlich immer wieder auf die richtige Spur.

Deshalb ist alles Wissen nutzlos, falls man nicht handelt. Jeder Weg zum Erfolg verläuft ein wenig anders, weil jeder Mensch sich unterscheidet. Es gibt keinen Musterplan. Man ist auf die eigenen Erfahrungen angewiesen und kann sich nicht zum Ziel denken, lesen, schreiben oder reden. Erst wenn man das Spiel spielt, weiß man wie es ist. Vom Spielfeldrand kann jeder reden wie ein Experte und passende Kommentare machen. Doch erst, wenn man etwas wirklich tut, hat man wirklich verstanden.

1 comment so far ↓

#1 paula on 01.25.11 at 22:06

guter artikel, trotzdem ist es nicht einfach mit Misserfolg umzugehen

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