Rezension: Earl of Chesterfield - Die Kunst zu gefallen

“Die Kunst zu gefallen” ist im Grunde gar kein Buch, sondern ein Sammlung von 14 Briefen, die der Earl of Chesterfield an seinen Patensohn und späteren Nachfolger Philip Stanhope geschrieben hatte. Sie erregten nach ihrer Veröffentlichung 1774 großes Aufsehen und liegen mit der Übersetzung von Gerhard Vowinckel erstmal in authentischer Form auf Deutsch vor. Das Buch enthält nur 120 Seiten und eignet sich auch als Geschenk, da es sehr einfach und schnell gelesen werden kann. Es ist vergleichbar mit Gracians Handorakel und beschäftigt sich vor allem mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Man könnte es auch als Leitfaden für angehende Gentleman sehen.

Zitate

- “Wer liebenswürdig ist, macht sich beinahe so viele Freunde, wie er Bekanntschaften macht. Ich meine Freunde im üblichen Sinne des Wortes, nicht solche Herzensfreunde, wie Pylades und Orest, Nisus und Euryalus usw.”

- “Sei niemals der erste oder der letzte in der Mode. Kleide dich so gut, wie es Menschen Deines Ranges gewöhnlich tun, uns lieber besser als schlechter.”

- “Je mehr Geist du hast, desto mehr Höflichkeit und Gutmütigkeit musst Du zeigen, um Menschen dazu zu bringen, Deine Überlegenheit zu verzeihen - denn das ist gar nicht so leicht. Lerne auf das Niveau der Gesellschaft zurückzukommen, in der Du bist.”

- “Der häufigste und beliebteste Gesprächsgegenstand, an dem sich der meisten Menschen Beredsamkeit entzündet, ist das eigene Ich, ein Gegenstand, den Du, wie ich hoffe, niemals wählen, sondern besonders sorgsam meiden wirst.”

- “Studiere Deine eigene Sprache sorgfältiger, als es die meisten Leute tun. Gewöhne Dich, sie richtig und mit Eleganz zu gebrauchen, denn nichts ist unerfreulicher, als einen Gentleman so barbarisch, fehlerhaft und ordinär reden zu hören wie einen Dienstmann.”

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