Persönliches Wachstum II

Verlangen umzuwandeln, kontinuierlich das Niedrige mit dem Höheren zu ersetzen, ist tatsächlich die Zerstörung des Verlangens, aber es geschieht durch den langsamen und sicheren Entwicklungsprozess. Es plötzlich zu zerstören ist unmöglich, aber ein Ersatz kann Wunder wirken.

Nehmen wir beispielsweise an, dass ein junger Mann ein Spieler ist und seine Eltern darüber besorgt sind. Die gewöhnliche und falsche Weise ist ihm zu erklären, was für eine Sünde Glücksspiel ist und ihn mit tränenvollen Augen zu bitten nur mit den richtigen Freunden zusammen zu sein. Aber der junge Spieler ist nicht im Geringsten an einer solchen Art von Leben interessiert, die ihm wie ein schleichender Tod vorkommt und nicht sehr motiviert.

Seine Eltern sollten den Fall lieber genauer betrachten. Warum ist er ein Spieler? Er wünscht sich Geld. Er sucht Abenteuer. Er will in einer Atmosphäre voller Leben und Aktivität leben. Also gut. Diese Wünsche sind für sich genommen gut. Es ist sinnlos zu versuchen sie zu beenden. Es ist Unsinn ihn überzeugen zu wollen, dass er diese Dinge nicht wirklich möchte. Offensichtlich will er sie und das ist genau der Grund warum er spielt. Deshalb sollte man nicht unmöglicherweise versuchen das Verlangen zu ändern, sondern die Objekte seiner Wünsche.

Man sollte ihm sagen: “Du wünschst dir Geld und ein Leben voller Turbulenzen und Spannung. Nun gut, das alles kannst du auf eine legitime Weise bekommen und gleichzeitig von deinen Freunden respektiert werden. Du kannst Politiker werden. Das ist ein Bereich der Rechtswissenschaft und bietet dir Entfaltungsmöglichkeiten für die Energie, die Aktivität und Intensität des Lebens, das du dir wünschst mit dem Anteil des Zufalls, den du so anziehend findest.” Und wenn der junge Mann es dort versucht hat und unzufrieden ist, kann er immernoch etwas Neues anfangen.

Aber zu versuchen das Verlangen zu bändigen und das Leben in andere Bahnen zu lenken ist dumm und unmöglich. Wir können es nur anders ausrichten.

Natürlich gibt es bestimmte schlechte Wünsche, von denen man sich durch die direkte und zielgerichtete Methode trennen muss und wenn jemand wirklich wünscht frei von Laster und moraler Schwäche zu sein und aufrichtig und klug danach strebt, dann ist seine Befreiung nicht so schwierig, da ein vollständige Tyrannei der meisten Laster zu einer Abhängigkeit führen würde. es gibt einen Vorgang, durch den jeder von uns frei sein kann, wenn er sich die Mühe macht ihn geduldig in die Tat umzusetzen. Diese Methode funktioniert bei jedem Wunsch/Verlangen, von dem wir befreit werden möchten.

Nehmen wir zum Beispiel eine Person, die das Verlangen nach alkoholischer Stimulanz hat, aber wünscht davon für immer befreit zu werden. Viele Menschen sind, die sich gelegentlich betrinken, leiden darunter und fühlen sich danach so, dass kein Preis zu groß wäre, um sich von dieser beschämenden Eigenschaft loszusagen. In der Regel versucht ein solcher Mensch die Augen von seiner Schande zu verschließen und es zu vergessen.

Er verspricht sich, dass er stärker sein wird, wenn ihn die Versuchung wieder heimsucht. Aber es ist gerade dieses Verdrängen aus dem Gedächtnis, das seine Schwäche aufrechterhält. Er zieht sich instinktiv zurück. Deshalb legt er die unangenehme Sache gänzlich beiseite und wenn das innere Verlangen sich durchsetzt, findet er sich in einer genauso hilflosen Lage wie vorher. Diese bestimmte Methode, um von der Tyrannei seines Verlangens zu entkommen, ist seine ganze Aufmerksamkeit auf die Untersuchung des ganzen Problems zu richten. Lasst ihn den Tatsachen in die Augen schauen, ganz gleich wie schmerzhaft es sei.

Er sollte seine Vorstellungskraft zur Hilfe rufen. Sie sollte dazu verwendet werden sich seine Zukunft auszumalen, wenn er es nicht schafft die unglückliche Sklaverei seines Verlangens abzulegen. Er sollte daran denken, dass die Situation schlimmer wird, je älter er wird. Er sollte sich selbst als hilflosen, widerwärtigen Säufer mit einem kraftlosen Körper und schwachem Geist vorstellen und an die Demütigung denken, die er ertragen muss, an die Armut, der er sich stellen muss, an die physischen und mentalen Schmerzen, die er in Zukunft ertragen muss, falls er darin scheitert dieses Verlangen abzulegen, das ihn bindet.

Das erzeugt in ihm ein Gefühl von Abneigung gegenüber der Ursache des Übels und wenn er täglich an sein grässliches Bild denkt, auf das er langsam zusteuert, wenn er es täglich mit einem Gefühl leichten Widerwillens betrachtet, dann wird er innerhalb von einem oder mehrerer Monate feststellen, dass sein Verlangen zu trinken langsam nachlässt und letztendlich verschwindet.

Das funktioniert auch bei allen anderen Wünschen, die uns versklaven. Das Verlangen nach alkoholischen Stimulanzien beschreibt lediglich das involvierte Prinzip. Jedes Verlangen, von dem man sich befreien möchte, kann auf die gleiche Weise abgelegt werden. Jemand, der sich von dem naturgegebenen Verlangen befreien will, sollte nicht den Fehler machen ein Gefühl der Feindschaft gegenüber der Sache zu erzeugen, von der er entkommen möchte, denn Hass ist auch eine Bürde. Er sollte lediglich eine Position vollständiger Gleichgültigkeit erreichen. Er sollte nicht daran mit entschiedener Feinschaft denken, sondern mit leichter Abneigung und wenn er das täglich tut und geistig dem Schmerz und der Erniedrigung nachhängt, die es verursacht, dann wird er feststellen, dass die Bindung nachlässt - das Verlangen schwächt sich ab.

Verlangen ist eine Kraft, die vorteilhaft oder schädlich sein kann, je nachdem wie man es benutzt. So wie wie eines auslöschen können, ist es auch möglich einen brennenden Wunsch zu erzeugen. Wie sollte denn jemand, der den höchsten Wunsch nach eigenem Wachstum hat, das Verlangen benutzen und sich diese antreibende Kraft zunutze machen, damit sie ihm hilft voranzukommen? Er sollte ernsthaft geistigen Fortschritt am meisten wünschen, denn ohne ein solches Verlangen, kann er nicht Erfolg haben. Wenn der Anwärter daher diesen brennenden Wunsch nicht besitzt, muss er ihn erschaffen. Um das zu erzielen, sollte er wiederrum seine Vorstellungskraft zur Hilfe rufen.

Lassen wir ihn sich selbst vorstellen als hätte er diese Kraft schon und als wäre sie um das Vielfache verstärkt. Er sollte sich sehen wie er die innere Sicht besitzt, die ihn die Schwierigkeiten von anderen verstehen und ihre Sorgen nachvollziehen lässt. Er sollte täglich daran denken, dass diese Tatsache ihm innerhalb kurzer Zeit viele Sympathien einbringen würde und dass er viel nützicher für die Welt wäre als es ihm jetzt möglich ist und dass er eine Quelle des Glücks für Tausende werden würde. Lasst ihn daran denken, dass er, während er in seiner Entwicklung von Selbstlosigkeit und Spiritalität voranschreitet, das unschätzbare Privileg haben könnte mit einigen der erhobenen Persönlichkeiten in Kontakt zu treten, die beobachten und dem kämpfenden Anwärter auf dem Weg nach oben beistehen.

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